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Bundesbank überweist dem Bund 2,4 Milliarden Euro

Der Scheck der Bundesbank für den Bund fällt in diesem Jahr größer aus als 2018. Das liegt auch daran, dass Kreditinstitute im Euroraum Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie Geld bei den Notenbanken parken
Bunesbank-Präsident Jens Weidmann: Die Deutsche Bundesbank überweist dem Bund nach einem Gewinnanstieg für das vergangene Jahr 2,4 Milliarden Euro. Foto: Arne Dedert Bunesbank-Präsident Jens Weidmann: Die Deutsche Bundesbank überweist dem Bund nach einem Gewinnanstieg für das vergangene Jahr 2,4 Milliarden Euro.
Frankfurt/Main. 

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) darf sich über einen gestiegenen Bundesbankgewinn freuen. Die Deutsche Bundesbank überweist dem Bund für das vergangene Jahr 2,4 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 1,9 Milliarden Euro.

„Ausschlaggebend für den Anstieg sind die höheren Zinserträge aufgrund der Negativverzinsung der gestiegenen Einlagen”, erklärte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Mittwoch in Frankfurt.

Sparkassen und Banken im Euroraum müssen 0,4 Prozent Strafzinsen, wenn sie Geld bei den Notenbanken parken. Das soll die Kreditvergabe ankurbeln.

Insgesamt erzielte die Bundesbank im vergangenen Jahr einen Überschuss von 2,5 Milliarden Euro, davon flossen wie schon im Vorjahr 100 Millionen in die Rücklage für Pensionsverpflichtungen. Die verbleibenden 2,4 Milliarden gingen an den Bund.

Das Finanzministerium plant traditionell einen Bundesbankgewinn in Höhe von 2,5 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt ein - so auch wieder für 2019 und die folgenden Haushaltsjahre. Was darüber hinausgeht, fließt in der Regel in den Schuldenabbau.

Seit der Euro-Einführung 1999 erzielte die Bundesbank jedes Jahr Gewinn, den höchsten 2001 mit 11,2 Milliarden Euro. In den vergangenen Jahren war der Scheck für den Finanzminister deutlich kleiner ausgefallen als vom Bund erhofft - unter anderem, weil die Notenbank ihre Vorsorge für mögliche Risiken aus der gemeinsamen Geldpolitik für den Euroraum erhöhte und Geld für Pensionen zurücklegte. Für das Geschäftsjahr 2016 überwies die Bundesbank 399 Millionen Euro, für 2017 flossen 1,9 Milliarden Euro an den Bund.

Die Vorsorge für Risiken aus der Geldpolitik unter Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) erhöhte die Bundesbank weiter. Die sogenannten Wagnisrückstellungen wurden um 1,475 Milliarden Euro auf 17,9 Milliarden Euro aufgestockt. Die Bundesbank rüstet sich damit für das Risiko durch Zinsänderungen. Die gewaltigen Wertpapierbestände aus dem EZB-Anleihenkaufprogramm werden für viele Jahr niedrig verzinst. Bei steigenden Leitzinsen müssen die Notenbanken Finanzinstituten zugleich aber wieder Zinsen auf deren Einlagen zahlen.

Bislang jedoch verdiente die EZB - und damit auch die nationalen Notenbanken des Euroraums - gut an den Staats- und Unternehmenspapieren, die in großem Stil von März 2015 bis Ende vergangenen Jahres gekauft wurden. Gesamtumfang: 2,6 Billionen Euro. Der Überschuss der EZB kletterte im vergangenen Jahr auf 1,6 Milliarden Euro. Dieser Gewinn wird auf die nationalen Zentralbanken der 19 Euroländer verteilt. Gut 26 Prozent und damit den größten Teil bekommt gemäß ihres Kapitalanteils an der EZB die Bundesbank.

Wichtigste Quelle des Bundesbankgewinns sind traditionell Zinserträge. Im vergangenen Jahr stieg der Nettozinsertrag im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 Milliarden auf 6,2 Milliarden Euro.

(dpa)
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